Vom Winde (nicht) verweht...

...Outdoor-Übernachtung drei von zwölf.

  • 08.03.2019 |
  • Kategorie |
  • Outdoor
Marcos Tarp - vom Wind gezeichnet

Der Morgen danach - Der Wind der vergangenen Nacht hatte deutliche Spuren im Lager hinterlassen

Schön wieder draußen zu sein - Marco und ich Marco beim Händewaschen an unserer "Bar" ...vor dem Zubereiten unseres Traditons-Frühstücks - "Sackibrei" ;-) Durch den Wind haben sich die Schnüre gelockert, Marco's Tarp hängt deutlich durc Schwachstelle meines Schlafplatzes - die offenen Stirnseiten Gebrochener Aluminium-Hering Mein Rucksack mit neuen Flaschentaschen und neuer Patch-Fläche, cool! ;-) Sonnenaufgang - Bei unserer dritten Übernachtung 2019

Nun hieß es zum dritten Mal in diesem Jahr, Rucksack packen und raus. Unsere nächste Übernachtung unter freiem Himmel stand unmittelbar bevor. Vom Schlafsack aus, würden wir den Sternen diesmal allerdings nicht zuschauen können.

Der Wetterdienst hatte Regen bei +7 Grad Celsius angekündigt. Zusätzlich zu Hängematte und Mückenshelter kamen daher dieses Mal auch unsere Tarps mit in den Rucksack. Über uns abgespannt, zwischen zwei Bäumen würden sie uns Schutz gegen Regen und Wind bieten.

Größere Sorgen als der Regen, machte uns allerdings der Wind. Für die Nacht war vor starken Windböen gewarnt worden. Auch wenn diese nicht stark genug sein würden, um (gesunde) Bäume zu entwurzeln, bleibt bei Wind immer eine Gefahr übrig, die häufig unterschätzt wird - Totholz.

"Als Totholz werden in der Forstwirtschaft abgestorbene Bäume und Baumteile wie Äste bezeichnet."

Das Bewusstsein für die Risiken kam bei mir mit der Leidenschaft fürs Holz machen. Egal ob Profi oder Hobby-Holzfäller, jeder der in den Wald zieht, um Bäume zu fällen oder aufzuarbeiten, sollte sich mit den Risiken befassen, die von Totholz ausgehen.

"Das Wissen durchs Holz machen, nützt mir auch bei anderen Outdoor-Aktivitäten."

Dass liegendes Totholz deutlich unproblemtischer ist als stehende, tote Stämme, kann jeder nachvollziehen. Und auch wenn der angekündigte Wind in dieser Nacht nicht stark genug würde, um solche Stämme umzuwerfen, so blieb eine Gefahr bestehen - tote Äste in den Baumkronen. Diese könnten nachts auf unser Lager herabfallen und uns ernsthaft gefährden. Da es in der Dunkelheit nur schwer bis unmöglich ist, solche Äste zu erkennen, entschieden wir uns kurzer Hand gegen unser ursprüngliches Ziel. Stattdessen würden wir in dieser Nacht in einem kleinen Waldstück sein, das wir gut kannten. Natürlich blieb auch so ein gewisses Risiko, doch Hand aufs Herz bei welchem Hobby ist das nicht der Fall? ;-)

Dadurch, dass wir den Platz bereits kannten, ging der Aufbau relativ schnell. Vielleicht stellte sich allmählich auch so etwas wie Routine ein. Und trotzdem zweifelte ich daran, ob die gewählte Richtung, in der ich mein Tarp aufgebaut hatte, die richtige Wahl gewesen war. Ich rechnete damit, dass die Hauptwindrichtung in der Nacht auf die ungeschützen Stirnseiten meines Tarps wechseln könnte. Vorsichtshalber schob ich meinen großen Rucksack an das Kopfende vor die Öffnung. Als letzte "Bastion" würde ich dahinter zumindest etwas zusätzlichen Schutz vor dem einfallenden Wind finden.

"Der Windchill-Effekt beschreibt den Wärmeverlust an der Hautoberfläche durch Wind."

Es war schon nach Mitternacht. Noch immer saßen wir im Schein der mitgebrachten Gaslampe, als diese plötzlich erlosch. Schlagartig hatte der Wind zu genommen und es begann zu regnen. Zeit uns in unsere Schlafsäcke zurück zu ziehen. Der auf unsere Tarps herabfallende Regen hatte irgendwie etwas beruhigendes. Und auch wenn ich in dieser Nacht recht schnell einschlief, so sollte sich meine Befürchtung bewahrheiten. Gegen drei Uhr in der Früh, wachte ich auf. Der Wind hatte mich "eiskalt" erwischt. Bei den angekündigten 7 Grad hatte ich mich bewusst für meinen dünneren Sommerschlafsack entschieden, der mir mit einer Komfort-Limit-Temperatur von +5°C als ausreichend erschien. Doch der Wind, der das Außenmaterial meines Schlafsacks durchdrang, erteilte mir in dieser Nacht eine praktische Lektion darüber, was der zugegeben sehr theroetisch klingende Begriff "Windchill-Effekt" tatsächlich bedeutete. Aus den +7°C wurden so - bei einer geschätzten Windstärke 6 - schnell eine gefühlte Temperatur um den Gefrierpunkt. Ich hatte meine Lektion gelernt. Dem Mitspieler Wind würde ich zukünftig sowohl beim Aufbau meines Tarps als auch der Wahl meines Schlafsacks deutlich mehr Beachtung schenken.

Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich mich an diesem Morgen besonders auf den warmen Tee und das Frühstück freute. Viel Zeit blieb an diesem Morgen nicht, noch schnell das Lager abbauen, dann hieß es schon weiter, zum nächsten Projekt - Mithelfen beim Bau eines neuen Weidezauns. Vom Wald direkt zum Hof eines Bekannten - so sieht (m)ein perfekter Start ins Wochenende aus! ;-) Beitrag folgt schon bald...

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